Fachinformationen

Lerntypen und Lernhilfen

Warum jeder seinen Lerntyp kennen sollte
Wer seinen Lerntyp kennt und ihn beim Lernen berücksichtigt, kann Informationen schneller und nachhaltiger aufnehmen. Die für das reine Lernen, umgangssprachlich auch “Büffeln” genannt, aufgewendete Zeit lässt sich verkürzen und die Chance, dass man sich im passenden Moment, etwa in der nächsten Klassenarbeit, an das Gelernte erinnert, steigt. Kurz: Wer mehr über seine Art zu lernen weiß, “büffelt” effektiver.

Auditiver Lerntyp
Der auditive Lerntyp lernt vorwiegend über das Hören und Sprechen. Man erkennt ihn daran, dass er beim Lernen die Lippen bewegt oder den Lernstoff laut vor sich hersagt. Auditiv lernende Kinder können schon nach kurzer Zeit Hörspielkassetten auswendig wiedergeben. Auch Gedichte und Melodien prägen sich ihnen zur Freude ihrer Lehrer schnell und dauerhaft ein. Schüler dieses Lerntyps verfügen über eine gute Auffassungsgabe. Sie hören aufmerksam zu, erzählen hervorragend nach und können gut kombinieren.

Visueller Lerntyp
Der visuelle Lerntyp verlässt sich auf das, was er sieht. Er nimmt Informationen besser auf, wenn er ein Bild hat oder sich eines machen kann. Man erkennt visuelle Lerntypen daran, dass sie sich häufig Notizen machen oder Skizzen anfertigen. Fragt man sie, wo was in ihrem Hefter steht, müssen sie nicht lange suchen. Diese Lerntypen können sich gut an Details erinnern. Sie arbeiten genau und ordentlich. Ihre Sprache und ihre Träume sind meist bilderreich, farbig und voller Details. Lesen und Puzzlen zählen zu ihren Hobbys. Wer mit ihnen Memory spielt, muss sich gehörig anstrengen, wenn er nicht verlieren will.

Motorischer Lerntyp
Der motorische Lerntyp ist ein Anpacker - keiner, der zögert oder lange nachdenkt. Er lässt sich von seinen Gefühlen leiten und setzt Impulse sofort in Aktionen um. Diese Menschen sind praktisch veranlagt, bewegen sich gerne und begreifen auch das Lernen als einen aktiven Vorgang. Im Chemieunterricht stehen sie bei Versuchen in der ersten Reihe und legen am liebsten selbst Hand an. Man erkennt diesen Lerntyp daran, dass er beim Erzählen auch seine Hände sprechen lässt, überdurchschnittlich lange die Finger beim Rechnen benutzt und gerne Kaugummi kaut. Im Kinderzimmer des motorischen Lerners stehen häufig Modellflugzeuge, Chemiebaukästen oder andere Zeugnisse starker Experimentierfreude.

Kommunikativer Lerntyp
Der kommunikative Lerntyp ist ein guter Redner und ein noch besserer Zuhörer. Bei Lehrern ist er besonders beliebt, weil er den Unterricht aktiv mitgestaltet. Er neigt dazu, gut durchdachte Fragen zu stellen und Glaubenssätze zu hinterfragen. Sein sympathisches Wesen kommt auch bei den Mitschülern gut an: Häufig wird er zum Klassensprecher gewählt, um Rat gefragt oder er bringt sich bei Streitigkeiten selbst als Schlichter ein. Der kommunikative Lerntyp lernt gerne und gut im Austausch mit anderen. Er hat einen großen Freundeskreis und engagiert sich häufig frühzeitig in der Politik oder im Umweltschutz.

Personenorientierter Lerntyp
Der personenorientierte Lerntyp ist in hohem Maße auf eine sympathische und fähige Lehrkraft angewiesen. Am liebsten wäre ihm Einzelunterricht. Diese Schüler sitzen gerne in der Nähe des Pults. Selbst auf dem Pausenhof suchen sie Kontakt zu bestimmten Lehrern. Wenn dieser Lerntyp einen guten Draht zu seiner Lehrkraft hat, lernt er so gut wie alles. Ist das Verhältnis zum Lehrer jedoch schlecht, kann er sein volles Potential nicht entfalten. Der personenorientierte Lerntyp neigt zu Leistungsschwankungen und Selbstzweifeln. Er hat wenige oder keine Freunde, spielt meist alleine in seinem Zimmer und grübelt häufig.
 
Medienorientierter Lerntyp
Der medienorientierte Lerntyp lernt gut mit technischen Medien. Im Grunde braucht er keine Lehrer, ist er doch in der Lage, sich die meisten Lehrinhalte von virtuellen Lehrern vermitteln zu lassen. Man erkennt diesen Lerntyp an seiner andauernden Begeisterung für technische Zusammenhänge. Er nutzt audiovisuelle Medien und den Computer nicht nur zum reinen Spiel, sondern zieht echten Nutzen daraus. Der medienorientierte Lerntyp hat schon frühzeitig einen Computer, Lernprogramme und einen Videorecorder auf der Wunschliste.

Mischtypen sind die Realität
Soweit die Theorie. In der Praxis treten diese Lerntypen selten isoliert auf. Es gibt eine Vielzahl von Verknüpfungen der grundlegenden Lerntypen. Wenn Sie sich oder Ihr Kind in mehreren dieser Beschreibungen wiedergefunden haben, gehören auch Sie Mischtypen an. Mit Schubladendenken wird man gerade in der Pädagogik niemandem gerecht. Patentrezepte gibt es nicht. Und dennoch: Es gibt zu jedem dieser Lerntypen Regeln, nach denen die Lehr- und Lernmethoden abgestimmt werden sollten, um einen maximalen Lerneffekt zu erreichen. Wie jeder Lerntyp am effektivsten lernt, das erfahren Sie im dritten Teil dieser Reihe.

Lernen Sie los!
Durch gezieltes Beobachten und Ausprobieren verschiedener Methoden können Eltern, Schüler und erwachsene Lerner neue Wege finden, um Wissen aufzunehmen, zu speichern und mit bereits bekannten Lerninhalten zu verknüpfen. Seien Sie kreativ, probieren Sie neue Lerntechniken aus, nutzen Sie Ihr geistiges Potenzial in effektiver Weise, und Sie werden erleben, dass uns jeder Lernaufwand ein Stück weiter bringt.

Mehrkanaliges Lernen
Beim Lernen spielen die Sinne eine wichtige Rolle. Untersuchungen haben ergeben, dass wir Informationen besser aufnehmen und länger behalten, wenn sie uns über mehrere Wahrnehmungskanäle erreichen:

Wenn wir etwas nur hören, haben wir binnen kurzer Zeit etwa 80% wieder vergessen. Wird ein Text gelesen oder ein Bild betrachtet, beträgt die Vergessensrate 70%. Wenn wir hören und sehen, wenn wir den Lernstoff also akustisch und visuell aufnehmen, können wir uns nach kurzer Zeit immerhin noch an die Hälfte erinnern. Dieser Erfolg lässt sich steigern: Wird gleichzeitig hörend, sehend und sprechend gelernt, sinkt die Vergessensrate auf 30%. Am effektivsten lernt, wer Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben kombiniert. In diesem Fall werden nur 10% vergessen oder positiv ausgedrückt: 90% können wieder abgerufen werden, haben also den Weg ins Gedächtnis gefunden.

Reiner Frontalunterricht ist demnach die ungünstigste Unterrichtsform. Unterricht, der viele Sinne mobilisiert, ist dagegen lern-, leistungs- und motivationsfördernd.


(Quelle: www.schule-online.de)

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